jochen’s blog

Gott tut Wunder - Teil 1

Veröffentlicht in Kirche by Jochen am Juli 22nd, 2008

Seit vergangenen Freitag sind wir im Rahmen der Aktion “Verliebt in Berlin” mit verschiedenen Teams auf den Straßen Berlins und beten für Menschen, die irgendwelche Arten von Beschwerden oder Krankheiten haben. Die Sachen, die wir bisher erlebt haben, sind wirklich spannend. Auf dem Blog von Matthias kannst du mehr lesen.

Das Buch “Die Geschichte der Vineyard-Bewegung”

Veröffentlicht in Kirche by Jochen am Mai 5th, 2008

Die Geschichte der Vineyard-Bewegung ist eine Studie darüber, was passiert, wenn die Taten Jesu wieder zum zentralen Anliegen einer Kirche werden. “Das Reich Gottes ist hier”, so sagte es Jesus - und er unterstrich seine Aussage mit Taten, die diesen Anspruch bekräftigten. Was Jesus tat, wurde aber später in den Aktivitäten der Kirchen immer weniger berücksichtigt. Zurück blieb ein Jesus, der inspiriert und lehrt, aber nicht mehr aktiv handelt.

In diesem faszinierenden Bericht beschreibt der Autor, wie die Vineyard-Bewegung unter den Hippies in Kalifornien ihren Anfang nimmt und zu einer geistlichen Erneuerungsbewegung mit weltweitem Einfluss wird, die im postmodernen Europa neue Gemeinden hervorbringt.

Paperback , 220 S. , 13,5×20,5 cm , 1. Auflage , April 2008

ISBN: 978-3-417-26247-6 (R. Brockhaus Verlag)

9,95 EUR

Hier gibt’s eine Leseprobe und hier ein kleines Interview mit dem Autor auf unserer schönen neuen Website von Vineyard DACH.

 

Vereinbarung zwischen der Evangelischen Kirche und der Vineyard Berlin

Veröffentlicht in Kirche by Jochen am März 12th, 2008

Seit ca. zweieinhalb Jahren hat die Vineyard Berlin eine Vereinbarung mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische-Oberlausitz (EKBO). Diese Vereinbarung besagt, dass wir ein innovatives Projekt für nichtkirchliche Menschen sind. Mit kirchlichem Segen dürfen wir Taufen und Abendmahl feiern.

Turnusgemäß hatte ich nun gestern ein Gespräch mit der zuständigen Oberkonsistorialrätin Frau Friedericke Schwarz und mit Frau Superintendentin Beatrix Forck.

Es war ein sehr offenes und konstruktives Gespräch. Wir haben uns hauptsächlich ausgetauscht über die Menschen, die durch die Angebote der Vineyard Berlin angesprochen werden.

Wir haben besprochen, dass die Vereinbarung nun auf unbestimmte Zeit verlängert wird. Wir werden uns genau in diesem Gremium einmal pro Jahr treffen. Wenn es dann gegenseitig keine gravierenden Bedenken gibt, wirkt die Vereinbarung einfach fort.

Außerdem werde ich als Vertreter der Vineyard Berlin regelmäßig zu den Pfarrkoventen eingeladen.

Für die Vineyard Berlin ist das eine überaus positive Entwicklung, da wir in den kirchlichen Kreisen bekannter werden und so positiv informieren können, was wir tun.

Ich habe es, das neue MacBook Air…

Veröffentlicht in Familie by Jochen am März 10th, 2008

Es ist gleichzeitig mein Einstieg in die Mac-Welt. Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Allerdings muss ich zugeben, dass 1991 meine Computerkarriere mit einem Apple begonnen hat (nachdem ich zuvor natürlich einen C64 hatte…). Damals lebte man mit einem Mac allerdings nicht nur in einer anderen Welt sondern in einer anderen Galaxie. Und deswegen entschied ich mich 3 Jahre später (1995) doch auf PC umzusteigen. Ich habe es immer bereut…

Genau 13 Jahre, 12 Tage, 4 Stunden und 48 Sekunden später habe ich also wieder den Ausstieg geschafft. Ja, ich bin frei. Keine Entzugserscheinungen. Im Gegenteil. Ich fühle mich so leicht mit dem neuen Air… 

ECPN II - wie wir in Europa Gemeinden gründen

Veröffentlicht in Kirche by Jochen am März 7th, 2008

Portugal - Sonne, Palmen und Strand. Nach 3 Monaten Regen und Dunkelheit kommt dieser Trip genau richtig. Ich bin hier in Faro für das zweite Treffen vom European Church Planting Network (ecpn). Besonders Spaß macht es, weil wir im Team hier sind (Church Planting Task Force der Vineyard Bewegung) und weil wir so unterschiedliche Typen sind.Ansonsten freue ich mich an Portugal, wo ich schon immer mal hin wollte. Ich habe ein paar Tage Zeit, Abstand zu nehmen und über mein Leben nachzudenken. Steffi und ich haben Spaß an unserer Ehe, die Kinder laufen momentan in die richtige Richtung, die Vineyard in Berlin läuft im Moment wirkich gut und meine anderen Job’s als Consultant machen auch Spaß. Darf ich so etwas überhaupt schreiben ohne schlechtes Gewissen bekommen zu müssen? Naja, jetzt bin ich erst einmal in Portugal und bin froh, hier einfach mal die Füße in die Sonne zu strecken und abzuhängen.

Buchrezension “Der Hooligan”

Veröffentlicht in Berlin, Bücher, Kirche by Jochen am Januar 9th, 2008

TEIL A:

Allgemein:
Der „Hooligan“ heißt mit bürgerlichem Namen Jan Günther und wurde 1970 in Ostberlin geboren. Die Erzählung beginnt als Jan kurz vor seinem 15. Geburtstag von Stasi besucht wurde.

Punkerleben, BFC und Begegnungen mit der Stasi
Bis dato traf sich Jan häufiger mit Kumpels auf dem Alex. Er war Punker und rebellierte gegen das System. Seine größte Leidenschaft war der BFC (Dynamo – Fußballclub – am Prenzlberg). Dort fand er relativ schnell Anschluss. Alkohol und Schlägereien gehörten hier zum Alltag und das auf sehr brutale Weise. (Seite 56-62)Allerdings kam er immer mit einem blauen Auge davon, bis…… die Stasi ihn verdächtigte, ein staatsfeindliches Grafitti irgendwohin gesprühtt zu haben. Sein Zimmer wurde durchwühlt und dabei fanden sie jede Menge Honecker-Karrikaturen, die Jan anfertigte. Er wurde verhaftet und bekam zum ersten Mal die volle Härte des Systems zu spüren. Jeden Tag gab es Verhöre. Nur einmal am Tag wurde er zu einem einstündigen Rundgang entlassen. Schließlich wurde er zu einem Jahr Gefängnis verurteilt – ohne Anwalt.

Jugendhaus Dessau
Nach zwei Monaten Haft wurde er in das Jugendhaus Dessau verlegt, wo er viel Grausamkeit durch Wärter und Mitgefangene erlebte. Es war eine Mischung aus Umerziehungs- und Arbeitslager. Hier lernte er einmal mehr, dass er durch Gewalt sich Respekt verschaffen konnte. Den Leitsatz des Jugendhauses spürte er mehrfach am eigenen Laib:„Was du nicht weißt, lernst du. Wenn du lernst, helfen wir dir. Wenn du nicht willst, zwingen wir dich.“ Oft war er Willkür der Wärter ausgeliefert, die  ihn schlugen und demütigten.Nach zwölf Monaten Haft wurde er wieder nach Berlin zurückgeschickt und dort entlassen.

Zurück als Hooligan und Eintritt in die Skinhead-Szene
Nach seiner Knastzeit verabschiedet sich Jan komplett von seiner Familie und kommt nach eigenen Worten in einen regelrechten „Blutrausch“, so dass selbst enge Freunde sagen, Jan hätte sich sehr verändert, seit er auf dem Knast raus ist (S.127 – 129).Er verabschiedete sich von seinem Punkerdasein, weil es in der Zwischenzeit „in“ war mit bunten Haaren herumzulaufen. Kurz: das Punk-Sein ist salonfähig geworden. Gemeinsam mit seinen BFC-Freunden schloss er sich der Skinhead-Szene an. Jan ließ sich die Haare rasieren.

Sehnsucht nach dem Westen
Jans größter Wunsch war es in den Westen zu fliehen. Die Sehnsucht nach Freiheit war in ihm sehr groß. 1989 unternahm er mit einem Freund einen Fluchtversuch über Ungarn. Beide wurden allerdings vor der österreichischen Grenze geschnappt. Trotz Bestechungsversuche bei den Grenzern landete Jan wieder im Knast – genauer gesagt in den Stasi-Knast in Hohenschönhausen, der selbst DDR-Bürgern geheim gehalten wurde. Die Verhöre dort waren regelrechter Psychoterror. Zwar bekam er gutes Essen und die Zelle war auch in Ordnung, aber er wurde völlig isoliert, bekam nie einen anderen Menschen zu sehen, als den Offizier, der ihn verhörte. Jeden Tag um die gleiche Uhrzeit bekam er immer wieder dieselben Fragen gestellt (drei Stunden lang): Kindheit, Elternhaus, seine Vergehen…

Die Wende
Mitten in dieser Zeit begann es auf ostdeutschen Straßen zu rumoren: die Gesellschaft probte den Aufstand und Jan wurde eines Tages ohne Kommentar einfach auf die Straße gesetzt. Dann kam die Meldung über die freie Ausreise von Prag und Warschau in die BRD. Mit einem anderen Freund brach Jan erneut auf, in den Westen zu kommen. Über Tschechien gelang es ihm noch vor der Maueröffnung nach Westberlin zu gelangen. Der Tag des Mauerfalls war für ihn ein schreckliches Ereignis, weil plötzlich alle rüber konnten und er dafür so viel Leid auf sich genommen hat.

Der alte Jan
Auch nach dem Mauerfall blieb Jan ganz der alte. Schlägereien, Alkohol und Drogen gehörten nach wie vor zu seinem Alltag. Er hatte auch eine Freundin, Kathrin, die jahrelang zu ihm hielt. Er steckte tief in der rechten Szene, hörte deren Lieder und vertrat deren Werte. Aber nicht, weil er wirklich an die Ideologie glaubte, sondern weil er vielmehr anders sein wollte als alle anderen, provozierend eben.

Horst
Auf seiner Arbeitsstelle als Dachdecker lernte er Horst kennen, einen Christen. Obwohl Welten zwischen beiden lagen, faszinierte Jan irgendwie die Art und Weise wie Horst war. Vor allem, dass er Probleme, Kritik und verbale Angriffe auf die eigene Person nicht mit Gewalt sondern auf ganz andere Art löste. Horst verließ nach einiger Zeit diese Firma und schenkte Jan zum Abschied eine Bibel, die dieser allerdings nie anrührte.

Eskalation der Gewalt
Die Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Hooligans wurden nicht mehr wie früher hauptsächlich mit Fäusten ausgetragen. Zunehmend kamen Waffen ins Spiel. Es war immer ein Spiel zwischen Leben und Tod. In einer Szene hält Jan seinen sterbenden Freund in den Armen, der von anderen Hools tot getrampelt wurde. An Jans Leben änderte sich allerdings wenig. Auf einer Party mixten ihm Freunde einen Drogencocktail zusammen, der ihn so abgeschossen hat, dass er von einem Haftrichter für 6 Wochen in eine geschlossene Psychatrie eingeliefert wurde. Jan war gerade mal 23 Jahre alt.

Fußball-Grotte und die Hell´s Angels
Da er seinen Job als Dachdecker verloren hatte, begann er mit einigen Kumpels, die alle in der Neonazi-Szene waren eine Kneipe zu gründen. Rocky, ein alter Bekannter aus Ostzeiten tauchte plötzlich wieder in Jans Leben auf. Er war ein hohes Tier bei den „Hell´s Angels“. Er kaufte sich in die Kneipe ein und nutze die Kneipe als Umschlagplatz für Drogen und allerlei mafiöse Geschäfte.

Patrick
Jans Leben in der „Fußball-Grotte“ gefiel ihm. Er hatte ein gutes Einkommen, jede Menge Alkohol und viele Freunde. Patrick, ein Freund aus Hooligan-Zeiten kam jede Woche in die Kneipe. Patrick hatte sich in den letzten Jahren sehr verändert: er hat geheiratet, einen Job und auch sein Wesen hat sich sehr verändert. Eines Tages schenkt Patrick Jan eine alte verstaubte Lutherbibel. Jan fragt ihn, warum er die gerade ihm geschenkt hat und dieser meint: „Du wirst morgens gegen vier immer so religiös. Wenn du besoffen bist, faselst du immer etwas von Gott und so.“

Rockertreffen
Dort lernt Jan einige Christen aus dem Clan „Tribe of Judah“ kennen. Sie haben auch ein Zelt aufgebaut und quatschen mit den Rockern über Gott. Jan ist beeindruckt, dass es Menschen gibt, die in der Bibel lesen und nicht über 80 Jahre alt sind. Er spürt das gleiche Hingezogensein wie bei Horst. Die Rocker erzählen ihm ihre Lebensgeschichte und wie Jesus ihr Leben persönlich verändert hat. Und sie beten für ihn und schenken ihm eine Bikerbibel.

Krankenschein und Therapie
Die Situation in der Kneipe wird immer schwieriger. Immer mehr Probleme tauchen auf, auch finanzieller Art. Jan hatte eine Idee wie er den Staat bescheißen wollte: Wenn er sich ein Jahr krankschreiben lassen würde, würde er danach 5 Jahre Krankengeld bekommen (traumhafte Zustände damals J). So ging er dutzende Male zum Arzt und spielte einen manisch-depressiven Patienten, über dessen Krankheitsbild er sich vorher gut erkundigt hatte. Schließlich meldete ihn der Arzt zu einer Therapie an.

Die Suche nach Gott
Neben seinen ganzen Nazi-CD´s hatte Jan auch die Biker-Bibel mit dabei, in der er immer wieder las. Schließlich sagte er sich, dass wenn es einen Gott gäbe, er diesen bestimmt in einer Kirche antreffen würde. So ging er in einen Gottesdienst, der ihn aber sehr enttäuschte, weil dort eine totale „Kälte“ herrschte. Nach drei Wochen Kur machte Jan einen Spaziergang, bei dem er sich entschloss Gott zu suchen. Während er lief, betete er: „Hör mal zu Jesus, wenn es dich gibt, dann will ich dir heute die Chance geben, dich mir vorzustellen. Und zwar sollst du mir als Mensch erscheinen und dich mit mir unterhalten.“
Ab hier (S.271) würde ich dir empfehlen, die letzten Seiten des Buches noch zu lesen! Lesezeit: ca. 20 min

TEIL B
Was mir das Buch gezeigt hat: 

  • Jan war ein Mensch, der immer in den Extremen lebte. Entweder ganz oder gar nicht.
  • Interessant ist, dass Jan Jesus nicht bei einer bestimmten Begegnung kennen gelernt hat, sondern es gab immer wieder Stationen in seinem Leben, in denen Gott „angeklopft“ hat:  Horst, Patrick, die Rocker auf dem Zeltlager,…
  • Jede Situation nutz Gott, auch wenn sie noch so belanglos erscheint! Alle Ereignisse zusammen genommen waren letztlich auch für Jan der Weg zu Gott.
  • Das Beispiel Jan zeigt am Ende des Buches deutlich, dass die Hinwendung zu Jesus und die Erfahrung, die er mit Gott macht nicht das Ende des Weges sind. Ein Herrschaftswechsel bedeutet, dass Jesus in alle Bereiche des Lebens hinein kommen will. Jan glaubte zunächst, er könne sein Leben fast wie zuvor weiterführen.

Vineyard in Chemnitz

Veröffentlicht in Kirche by Jochen am November 17th, 2007

Am vergangenen Mittwoch haben Steffi und ich ganz liebe Freunde aus der Aufatmen Vineyard in Chemnitz besucht. Ralf & Sigrun haben vor einigen Jahren im drittgrößten Plattenbaugebiet der DDR, dem sogenannten „Fritz-Heckert-Gebiet“, eine bewundernswerte Arbeit begonnen. Alle, die eine christliche Kinder-, Jugend- und Familienarbeit beginnen wollen, sollten unbedingt mit Ralf & Sigrun Kontakt aufnehmen und von ihren Erfahrungen lernen. Schau dir doch einfach mal die Website an.

Familiennachmittag

Veröffentlicht in Kirche by Jochen am November 17th, 2007

 Jochen_Baby

Am vergangenen Samstag hatten wir wieder einmal einen Familiennachmittag. Diesmal zum ersten Mal in unserem Haus in der Kalkseestraße. Kannst du dir das vorstellen? Ca. 20 Erwachsene und 20 Kinder verteilt über zwei Wohnungen mit 6 Spielstationen? Es war echt was los. Und hat auch noch Spaß gemacht. Ich merke immer wieder: Kinder sind ein Geschenk Gottes. Schau dir doch ein paar Bilder an. Webalbum

Das verstopfte Waschbecken

Veröffentlicht in Familie by Jochen am Oktober 31st, 2007

Naja, diese Geschichte hat schon etwas Banales auf der einen Seite. Auf der anderen auch wieder nicht. Klar, in jeder Familie gibt es mal ein verstopftes Waschbecken. Dann geht der praktisch begabte Mann mit Zange und Schraubenzieher ans Werk und bringt die Sache wieder in Ordnung. So war es zumindest all die Jahre auch in unsere Familie. So auch letzte Woche. Meine liebe Frau wies mich darauf hin, dass ich da doch noch etwas im Haushalt zu tun hätte. Irgendwie verlies mich aber die Lust, bis ich’s endlich vergaß. Dann geschah es: meine Frau nahm die Zange und den Schraubenzieher und das Unfassbare wurde wahr: meine Frau reparierte das verstopfte Waschbecken…Mag das in anderen Familien schon normal sein, bei uns ist es das nicht. Hält jetzt der Feminismus auch in unserer (christlichen) Familie Einzug? Wo kann ich dann noch Mann sein? Spaß beiseite: ich bin echt stolz auf meine Frau. Bald macht sie auch noch den Ölwechsel bei unserem Auto.

Prostituierte in Berlin

Veröffentlicht in Berlin, Kirche by Jochen am Oktober 31st, 2007

Gestern Abend war ich mal wieder mit einem guten Freund auf ein (oder zwei) Glas Wein in der Nähe der Hackeschen Höfe in Berlin Mitte. Die Hackeschen Höfe liegen unweit des Alexanderplatzes. Das Gebiet ist wohl auch in letzter Zeit dadurch bekannt geworden, dass Angelina Jolie und Bratt Pitt sich dort eine Wohnung kaufen wollten. Ins Auge fielen uns sofort die vielen Prostituierten an der ganz in der Nähe gelegenen Oranienburger Straße. Sie stehen dort im Abstand von 50-100 Metern, haben ein uniformes bzw. fast einheitliches Erscheinungsbild (fast alle tragen Korsetts, hohe Absatzstiefel, starkes Make-up), die Kundschaft wird direkt auf der Straße von ihnen angesprochen und es sind überwiegend Frauen zwischen 20 bis 30 Jahren.

Was mich so erschüttert hat: es sind wirklich junge Frauen, gut aussehend (okay, nicht alle), manche mit einem echt kindlichen Gesicht. Sofort schossen mit Fragen durch den Kopf: Warum machen die das? Wollen die das wirklich freiwillig? Steckt da jemand dahinter (weil sie so uniformiert sind), der sie abkassiert? Was verdienen die eigentlich und was müsste man ihnen für einen Job bieten, wollte man ihnen helfen dort raus zu kommen? In diesem Zusammenhang habe ich dann im Internet ein paar Zahlen gefunden, im „Thema des Monats August 2004“ bei der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf: In Deutschland bezahlen 1.2 Mio. Männer täglich für sexuelle Dienstleistungen und es gibt ca. 400.000 Prostituierte;

HALLO! In der Bundesrepublik Deutschland bezahlen täglich 1,2 Millionen Männer für sexuelle Dienstleistungen. Ich muss erkennen: Das ist ja kein Randthema unserer Gesellschaft, aufgekommen durch ein paar „notgeile“ Männer, die es halt nicht auf die Reihe kriegen. Nein, offensichtlich muss dort ja auch der brave Familienvater von nebenan hingehen und der erfolgreiche Geschäftsmann mit Einfamilienhaus. Und natürlich auch Christen, oder? 1,2 Millionen Männer täglich, dass sind 36 Millionen Dienstleistungen pro Monat. Gibt es da draußen eine Welt, die ich so noch gar nicht wahrgenommen habe?

Ich frage mich, wo sollte man ansetzen, wollte man etwas verändern? Bei den Frauen oder bei den Männern oder bei beiden? Hilflosigkeit macht sich breit. Welche Rolle können da die Christen spielen? Gibt es wenigsten in meiner Stadt Berlin irgendjemand aus dem christlichen Bereich, der sich dieses Themas annimmt?